Klick Zeitraum:           Sept 08 - Dez 08        •       März 08 - Aug 08        •      Sept 07 - Feb 08

An dieser Stelle berichten wir über Neuigkeiten rund um "samaland" und Atlin. Schaut
regelmässig rein --- wir versuchen ebenso regelmässig Buch zu führen ;-) Stay tuned!

JANUAR/FEBRUAR 2008



Der Winter zeigt sich in diesem Jahr von seiner schönsten Seite und wir geniessen
ihn in vollen Zügen. Ich wurde neulich gefragt, ob bei uns nach einem Jahr Kanada
schon sowas wie Alltag eingekehrt sei. Ja und nein war meine Antwort. Klar ist durch
Saschas eight-to-five-Job so etwas wie Routine eingekehrt aber dennoch entdecken
wir täglich viel Neues.
Es ist eher alles eine gute Mischung aus "Abenteuer Kanada" und "wohliges Zuhause-
gefühl". Es bleibt nach wie vor spannend für uns. Wenn zB nach einem stinknormalen
Arbeitstag nachts die Wölfe heulen oder Nordlichter tanzen ist das immernoch was
ganz besonderes. Oder wenn wir auf Schneeschuhspaziergängen Mushern mit ihren
Hundeschlitten begegnen versetzt uns das immer noch in freudige Aufregung.

Mittlerweile dringt man tiefer ins kanadische Leben vor, entdeckt Nuancen, Details,
die einem als Kanada-Reisender einfach verwährt bleiben. Man blickt immer mehr
hinter die Kulissen des kanadischen Lifestyles wenn man plötzlich selbst Teil einer
Community ist, Freunde trifft, Meetings hat und sich in die Gemeinschaft einbindet.
Kanada ist ein Einwanderungsland uns somit unheimlich facettenreich. Es gibt noch
soviel zu entdecken und zu lernen — es bleibt definitv spannend - auch im Alltag.
Oder besser gesagt: GERADE im Alltag!

Kurz nach einer zweiwöchigen Kältewelle kam Bewegung in unser Tal. Wir konnten
zahlreiche Wildspuren entdecken (Caribous, Luchse, Elche, Vielfraße ...) und
stiessen dabei in der Nähe unseres Grundstücks auf die Spuren eines kleinen Wolf-
rudels (drei oder vier Wölfe), die eine einzelne Caribouspur verfolgt haben. Ich
habe mal ein "Vergleichsbild" Schäferhund-/Wolfspfote gemacht, damit man sich
vorstellen kann wie riesig so ein Timberwolf im Vergleich zum Schäfer werden kann.

Ende Januar lag der komplette Yukon 2 Wochen unter einer extremen Kälteglocke.
Die Temperaturen schwankten zwischen muckeligen -30°C und -40°C. Brrrrr - das
war schon ganz schön "külle". Autos und Generatoren streikten, die Telefonleitungen
brachen in manchen Ortsteilen zusammen, das Internet machte zeitweise schlapp
und bei einigen Leuten im Ort froren die Wasserleitungen ein. Kalt erwischt!

Aber das Wetter war ansonsten herrlich und die Menschen noch gemütlicher als
sonst! Irgendwie sind in dieser Zeit alle etwas enger zusammengerückt. Es wurden
Büro´s geteilt wenn bei jemand anderem die Leitungen oder das Internet gefroren
waren, es gab herzliche gemeinsame Dinnerabende bei Freunden für diejenigen,
deren Propan eingefroren war, Autos wurden geteilt und und und.

Bei uns war es der Stromgenerator, der bei -35°C den Geist aufgab und das ausge-
rechnet während meiner heissen Produktionsphase für die Frühlingsausgabe des
Yukon, North of Ordinary Magazins, für das ich seit kurzem als Art-Direktorin
arbeite - von zuhause aus! Ein perfekter Job für mich. Gelobt sei das Internet.
Saschas Chef war so nett und hat mir an den extrem kalten Tagen ein Plätzchen
in seinem Office bereitgestellt, so dass alles noch pünktlich zum Drucktermin fertig
wurde. Puh!! Das Foto oben zeigt mich nach einem langen Schneeschuhspaziergang
bei -35°C ;-) ... erfrischend!!!
Mittlerweile sind die Temperaturen wieder auf Normalniveau: -10°C - 0°C.

Anfang Januar kam endlich "meine" Ausgabe des neuen Koontz-Romans "The
Darkest Evening of the Year". Im letzten Jahr hatte der Verlag ein von mir gemachtes
Foto in einer Photo-Community im Internet entdeckt und angefragt, ob sie es gegen
ein gutes Honorar für einen neuen amerikanischen Bestsellerroman verwenden dürften.
Ich hatte natürlich nichts dagegen :-))) und stimmte zu. Das einzige, was auf dem Titel-
bild verändert wurde ist der Hund, denn es geht in dem Thriller um Retriever - nicht
um Schäferhunde. Ursprünglich war unsere Blizzy auf dem Foto zu sehen.

Der Autor Dean Koontz spielt in Amerika in der gleichen Liga wie Stephen King und
es gab sogar einen Fernsehspot zur Veröffentlichung des Buches. Mit meinem Titel-
foto!! Ich bin megahappy über diesen unverhofften und mehr als zufälligen "Erfolg" .
Mein Exemplar enthält eine sehr freundliche Widmung vom Autor, über die ich mich
sehr gefreut habe. Auch wenn das Originalbild etwas verändert wurde, bin ich ganz
schön stolz drauf und möchte meine Freude hier mit allen teilen.

DEZEMBER 2007



Weihnachten war ein wunderschönes gemütliches Fest unter Freunden. Die kulinari-
schen Freuden wollten nicht abreissen und der zweite Weihnachtstag wurde aus-
schliesslich dazu genutzt die vollen Bäuche zu pflegen. Den heiligen Abend verbrach-
ten wir mit Gerd, Stephen und Elissa in Davids kleiner urgemütlicher Blockhütte (Foto)
an den Warm-Springs. Nach einer ausgiebigen Sauna bei klirrender Kälte draussen
und einem Bad in den WarmSprings inmitten des Winterwunderlandes gab es zwei
köstliche Entenbraten bei Kerzenschein und guten Wein in fröhlicher Runde.



Am Tag darauf waren wir bei Rob und Marjoke zum Fasan-Dinner eingeladen. Zu-
sammen mit Jim und Cathy genossen wir Marjokes überirdische Kochkünste. Es war
schlichtweg grandios. Unser erstes Weihnachtsfest in Atlin war wunderbar und wir
werden noch lange mit Freuden daran zurückdenken!



Am Wochenende vor Weihnachten wagten wir noch einen "schnellen" Whitehorse-
Trip. Die letzten Weihnachteinkäufe und eine neue Matratze standen auf der Shop-
pingliste! Hätten wir vorher gewusst, dass der gesamte Yukon mit seinen 30 000
Einwohnern in den Läden unterwegs ist, hätten wir diesen Trip wahrscheinlich ge-
sparrt. Unglaublich!! Aber es war zu spät ;-)) - also stürzten wir uns in Getümmel.
Ist schon komisch wenn man diese Menschenmassen nicht mehr gewohnt ist! Wir
waren froh, als wir mit unserem vollbeladenen Pick-UpTruck wieder zuhause in
Atlin waren ;-)



Im Dezember ist Tageslicht kostbares Gut! Die Sonne fängt um ca 9 Uhr morgens
an zu dämmern - gegen 10 Uhr lugt sie dann endlich über´n Berg! Am Abend ver-
schwindet sie um 15:30 hinterm Atlin Mountain (Foto oben). Eine Stunde später ist
es dunkel. Zum Glück wohnen wir weitaus höher als die Leute in Atlin, die in dieser
Zeit mit Eisnebel zu kämpfen haben, der entsteht wenn der Atlin-See langsam zufriert
und alles in der Nähe des Wassers in eine dicke Eisschicht einhüllt (Foto u). Es sieht
zauberhaft aus aber der Ort liegt dann wochenlang in einer gigantischen Wolke
denn nur selten schafft es die Sonne das Dickicht aufzulösen. Trotzdem empfinden
wir den Tageslichtunterschied im Vergleich zu Deutschland nicht allzu gravierend
und haben es uns die kurzen Tage weitaus schlimmer vorgestellt. Das wunderbare
Winterwunderland entschädigt für alles!

NOVEMBER 2007

Väterchen Frost ist in diesem Jahr großzügig mit Northern Diamonds. Ein Reichtum
der ganz besonderen Art. Dafür gabs bisher leider noch keine Nordlichter.

OKTOBER 2007

Der Winter ist da! Mitte Oktober kam der erste "richtige" Schnee. Für die Hunde ein wahres
Fest. Es gibt nix tolleres für unsere drei weissen Blizzards als mit ihren Hundekumpels
durch die weisse Pracht zu toben. Ich muß mir unbedingt Langlaufskier zulegen. Ein
Hundeschlitten steht auch noch auf der Wunschliste :-))) Der Winter ist eine so tolle Zeit!!

Kurz bevor der Schnee fiel, war es Zeit für eine Schwankolonie hier in Atlin Zwischen-
station zu machen. Rund 50 Schwäne liessen sich auf "unserem" kleinen Teich unten
am Fluß nieder bevor sie sich einige Tage später wieder auf den Weg Richtung Süden
machten. Ein schönes aber auch sehr lautes Ereignis. 50 Schwäne mit ihren trompeten-
haften Rufen machen einen ganz schönen Lärm :-))) Northern wilderness-concert.

Manu wird 33. Und unsere liebe Ursel backt ne himmlische deutsche Schoko-Torte.
Lecker!!! Da fällt einem das Schwachwerden nicht schwer und für den kalten Winter
ist jede Kalorie herzlich willkommen ;-)))

SEPTEMBER 2007

Der September war ein regelrechter Besuchermonat. Zuerst bekamen wir lieben
Besuch von Familie Rose. Alle fünf hatten sich für drei Wochen ein Wohnmobil ge-
mietet und sind quer durch den Yukon gereist. Die letzen Tage verbrachten sie bei
uns in Atlin - mit leckerer deutscher Nußschokolade im Gepäck. Jutta, Peter und die
Kids hatten viel Spaß und waren ganz begeistert vom wunderschönen Herbst.
Fynnian bekam eine Exklusiv-Hundehütte von den drei Youngsters, Amira konnte ihre
erste Seeforelle fangen und die WarmSprings waren für alle ein tolles Badevergnügen
(Foto unten). Abenteuerurlaub für die ganze Familie :-))

Kurz darauf traf Saschas Bruder Alex ein. Es war seine erste Reise über den großen
Teich. Wir freuen uns immer riesig über Familienbesuch und hatten drei tolle Wochen
zusammen. Sascha war glücklich, dass ihm jemand half Winterholz zu hacken und Alex
musste so viel Sightseeing "wie ging" über sich ergehen lassen. Alte längst vergessene
Erzminen wurden besucht, die letzten Forellen des Jahres gefischt und es gab gemütliche
Dinner bei guten Freunden. Alex fand schnell Anschluss im gastfreundlichen Atlin und
wollte am Ende gar nicht mehr weg. Komm bald wieder, Alex :-)))

Der geplante Start unseres Hauses ist in diesem Sommer leider wegen Zeitmangels aus-
gefallen. Das erste halbe Jahr in der neuen Heimat war arbeitsintensiver als geplant und
wir haben mehr Zeit zum "Einleben" gebraucht als gedacht. Irgendwie ging leider nicht
alles auf einmal ;-)  und wir mussten uns eingestehen, daß wir uns für den Anfang etwas
zu viel vorgenommen hatten. Nichts desto trotz wurde ein kleines Bauprojekt in Angriff ge-
nommen: ein Anbau an unsere Blockhütte. So haben wir für die Übergangszeit nochmal
ordentlich an Platz gewonnen und konnten unsere "Bauskills" im wahrsten Sinne des
Wortes ausbauen.

Klick Zeitraum:           Sept 08 - Dez 08        •       März 08 - Aug 08        •      Sept 07 - Feb 08